Die neue Energieeinsparverordnung ENEV 2014 und das EEWärmeG 2011

  Wenn Sie als Bauherr einen Neubau planen, müssen Sie die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) und das Energie-Einspar-Wärmegesetz (EEWärmeG 2011) beachten. Auch im Bestand müssen Sie als Eigentümer bei Anbau, Umbau, Ausbau oder Modernisierung ggf. die EnEV berücksichtigen. Seit dem 1. Mai 2015 tritt die neue, verschärfte EnEV 2014 in Kraft und gilt für Gebäude und deren Anlagentechnik.
Sie bringt zahlreiche Änderungen und Neuerungen sowohl im Neubau als auch im Baubestand. Die Erneuerungen der EnEV stellt Fachleute, Bauherren, Eigentümer und Verwalter von Gebäuden immer wieder vor Fragen, die auch zu Missverständnissen führen können. Im Portal www.EnEV-online.de können Sie Ihre spezifischen Fragen stellen.

Allgemeines

Allgemein anerkannte
Regel der Technik
(aaRdT)

Der Begriff der "allgemein anerkannten Regel der Technik" ist nicht in einer Rechtsvorschrift definiert, sondern durch die Rechtssprechung näher festgelegt worden. Der Begriff ist erfüllt, wenn eine technische Regel nach wissenschaftlicher Erkenntnis für theoretisch richtig gehalten wird und in der Praxis als bewährt angesehen wird. In der Praxis bewährt sich eine technische Regel, wenn sie von den einschlägigen Fachkreisen durchweg anerkannt und angewandt wird. Baustoffe und deren Verarbeitungen werden dann in die Bauregelliste aufgenommen und in jeweilige DIN-Vorschriften und/oder Normen/Zertifikate eingearbeitet.


Eine anerkannte Regel der Technik ist somit:

  • mindestens 4 Jahre in der Baupraxis bewährt
  • von der Fachwelt als richtig befunden und
  • von dieser anerkannt durch Aufnahme in die Bauregelliste
  • in Normen und/oder Vorschriften festgehalten.
Stand der Technik Im Gegensatz zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt der "Stand der Technik" den jeweils gültigen Stand des technisch Möglichen zum Zeitpunkt der Ausführung wieder. Wenn z.B. bestimmte Bauprodukte im Handel für ein spezielles Ausführungsverfahren angeboten werden, spiegelt dies den Stand der Technik wider. Die Praxiserfahrung und eine Aufnahme in Regelwerke wird hierbei nicht vorausgesetzt!

Der Stand der Technik ist in der Praxis noch nicht ausreichend erprobt und von der Fachwelt im allgemeinen noch nicht anerkannt. Wird eine Maßnahme nach dem Stand der Technik ausgeführt, ist der Bauherr oder Auftraggeber hierüber schriftlich in Kenntnis zu setzen, eine Bewilligung im Einzelfall ist einzuholen. Wird ohne diese Genehmigung nach dem Stand der Technik gearbeitet, muss der Vertragspartner das Bauwerk nicht abnehmen, auch wenn optisch und technisch keine Mängel vorhanden sind.

Einem Bauwerkvertrag oder Kaufvertrag liegen in der Regel immer die "anerkannten Regeln der Technik" oder "allgemein anerkannten Regeln der Technik" zu Grunde.


DIN und sonstige Vorschriften

Was regelt
eine DIN?
DIN-Normen.
Durch Normen werden z.B. Werkstoffe in ihren typischen technischen Eigenschaften näher definiert, sowie Begriffe und Begriffsbestimmungen festgelegt, mit denen man sich in der Fachwelt verständigen kann. Ferner werden Prüfmethoden beschrie ben, damit unabhängig vom Prüfer durch gleiche Verfahren vergleichbare Ergebnisse erzielt werden.

Die deutschen Normen erarbeitet das Deutsche Institut für Normung (DIN) in jeweiligen Normenausschüssen für bestimmte Fachgebiete unter Mitwirkung interessierter Kreise aus z.B. Industrie, Forschung und Handwerk, bzw. Sachverständigen, in Zusammenarbeit mit europäischen (EN) und internationalen Normenausschüssen (ISO). Das Urheberrecht für alle Normen liegt beim DIN, der Vertrieb erfolgt über den Beuth Verlag in Berlin.